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Lesung „Unter Tag“: Literatur in der Tiefgarage

04.07.2019

Am 27. Juni wurde die Contipark-Tiefgarage „Andreas-Hofer-Platz“ einmal mehr zum kulturellen Veranstaltungsort. Die Grazer Autorinnen Autorenvereinigung (GAV) hatte zur musikalisch untermalten Lesung „Unter Tag“ geladen.

Seit 2001 führt die GAV mindestens einmal im Jahr Stationenlesungen durch. So gab es beispielsweise schon Lesungen auf einer für den Verkehr gesperrten Straße oder im Getümmel des Kaiser-Josefs-Marktes. Entsprechend wurde auch die Tiefgarage ganz bewusst als Veranstaltungsort gewählt. Denn für die Grazer Autorinnen Autorenversammlung ist sie ein sogenannter „Nicht-Ort“. Der vom französischen Anthropologen Marc Augé geprägte Begriff bezeichnet Flächen im vorwiegend städtischen Raum, die mono-funktional genutzt werden und denen es an Geschichte und Identität mangelt. Oft handelt es sich dabei um Transiträume wie Bahnhöfe, Autobahnen oder Flughäfen. Auch eine Tiefgarage ist ein solcher Transitort: ein Durchgangsort, nicht zum Verweilen da – außer natürlich für die dort parkenden Autos.

Der 1973 in Graz gegründete Verein betätigt sich sowohl im Bereich der Organisation von Literaturveranstaltungen als auch kulturpolitisch. Mit derzeit knapp 700 Mitgliedern ist er der mitgliederstärkste Verband des Dachverbandes Interessensgemeinschaft Österreichischer Autorinnen Autoren.

Vor rund zweieinhalb Jahren hatte Contipark erstmals den Grazer Parkmarkt betreten. Neben der Tiefgarage und dem zugehörigen Parkplatz am Andreas-Hofer-Platz betreibt das Unternehmen in der steirischen Landeshauptstadt noch zwei weitere Parkeinrichtungen: die Tiefgarage „Lendplatz“ im Stadtbezirk Lend und die Tiefgarage „Dominikanerkloster“ im Stadtbezirk Gries.